Am Samstag bot sich aber genau solch eine Chance in Wolfsburg: Die Landesforsten hatten im Hasselbachtal eine Pappel mit 65cm Durchmesser ausgemacht, die abgestorben war und entfernt werden musste. Sie stellte eine Gefahr dar, denn ein Umsturz war auf lange Sicht nicht mehr auszuschließen. Das THW wurde angefragt, den Baum zu sprengen – für die Sprenggruppen eine wunderbare Gelegenheit, unter realistischen Bedingungen zu üben.
Nach Ankunft aller Ortsverbände um acht Uhr am VW-Bad erhielten diese durch die leitenden Sprengberechtigten eine Sicherheitseinweisung. Im Anschluss durften die Arbeiten beginnen. Der Bereichsausbilder Kettensäge befreite die unmittelbare Umgebung der Pappel zuerst von Gestrüpp. Danach konnte der Steiger des Ortsverbandes Sarstedt an den Baum herangefahren werden. Mit dessen Hilfe wurden Kameradinnen und Kameraden, mit Bohrer ausgestattet, auf die richtige Höhe gebracht, um Löcher ins Holz zu bohren. In diese wurde später der Sprengstoff eingeführt, der zwischenzeitlich vorbereitet wurde.
Zur Mittagszeit versorgte die Küche des THW Ortsverbandes Braunschweig die 115 Beteiligten. Im Anschluss an die Pause wurde mit weiteren Helfenden der THW Ortsverbände ein Sperrkreis von 300m eingerichtet. Dabei wurde an jedem Zugangspunkt zur Sprengstelle jemand positioniert, der verhinderte, dass Spaziergänger/-innen, Radfahrer/-innen oder weitere Personen in den Gefahrenbereich gelangten. Die Werkfeuerwehr der PTB war zudem mit Drohnen vor Ort, wodurch die Gegend zusätzlich mithilfe einer Wärmebildkamera ausgekundschaftet werden konnte.
Währenddessen fanden die letzten Arbeiten am Baum statt: Um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten und den Splitterflug einzudämmen, wurde ein Splitterfang mittels Bauvlies und Maschendrahtzaun realisiert. Mehrere Lagen der Materialien wurden dazu am Baum befestigt.
Nachdem alles vorbereitet war, entfernten sich auch die letzten Kameradinnen und Kameraden aus dem Sperrkreis. Ein langer, lauter Ton signalisierte allen Beteiligten der Umgebung, dass es bald losginge und der Sperrkreis nun endgültig geräumt sein müsse. Einige Minuten später folgten zwei lange Töne, die bedeuteten, dass die Sprengung nun kurz bevorstand. Es wurde heruntergezählt – und dann folgte ein lauter Knall. Die Drohnen fingen die Bilder der Pappel, die erfolgreich gesprengt wurde und umknickte, ein.
Die leitenden Sprengberechtigten machten sich zunächst gemeinsam auf den Weg, um den Ort der Sprengung zu prüfen und sicherzustellen, dass alle Sprengkörper ausgelöst waren und keine weitere Gefahr bestand. Nach der Freigabe wurde der Sperrkreis aufgehoben, Beteiligte sowie auch Passantinnen und Passanten konnten nun einen Blick auf das Ergebnis werfen: Die Pappel war genau vom Weg weggekippt, in den Graben auf der anderen Seite. Für die Kameradinnen und Kameraden des THW galt es nun nur noch, die Vlies- und Drahtreste einzusammeln und die Umgebung wieder sauber zu hinterlassen. Dann hieß es auch für die letzten Beteiligten um 17:15 Uhr: Ab nach Hause.
Die Gefahr des Sturzes ist nun gebannt, zahlreiche Kameradinnen und Kameraden nehmen wieder neue Erfahrungen mit, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben – und in dem durch die Sprengung aufgefaserten Holz bieten sich nun neue Lebensräume für Insekten.
Um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, waren auch im Hintergrund zahlreiche Helfende aktiv, haben die Übung organisiert, als Zugtrupp vor Ort koordiniert oder auch Funk- und Sprechkreise überwacht. Vielen Dank an alle Beteiligten!
OV Sarstedt, OV Wolfsburg, OV Bad Lauterberg, OV Einbeck, OV Halberstadt, Werkfeuerwehr PTB

