Höhenretter unseres Ortsverbands trainieren mit Gamechanger

Wenn man von Höhenrettung spricht, ist die spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen gemeint. Jeder Einsatz ist jedoch individuell, stellt neue Herausforderungen an Menschen und Technik und verlangt von den Retterinnen und Rettern zügige und effiziente Entscheidungen.

Quelle: THW

Während bei der Rettung von oben die Schwerkraft hilft – es ist verhältnismäßig einfach, eine hilflose Person begleitet durch einen Rettenden mittels Seiltechnik abzulassen – wird es deutlich schwieriger und vor allem körperlich sehr anstrengend, wenn die Rettung nach oben stattfinden muss. Gründe dafür können sehr vielfältig sein: Sei es ein defekter Aufzug, der nur eine Rettung nach oben ermöglicht oder Schächte und Gräben. 

Nicht nur dann, wenn es senkrecht nach oben geht, ist die Höhenrettung gefragt – es gibt (ebenso in unserer eher flachen Region) auch andere Höhenunterschiede, die es zu überwinden gilt. So kann es vorkommen, dass verletzte Personen vom Mittellandkanal über die Böschung nach oben transportiert werden müssen. Das ist patientenschonend möglich, wenn die Trage an einem Seil die Böschung nach oben gezogen wird. Geschieht dies mit Muskelkraft, entstehen oft ruckartige oder ungleichmäßige Bewegungen, was für den Patienten/die Patientin und die an der Trage arbeitenden Retter/-innen sehr unangenehm sein kann. 

Die Lösung der Wahl ist bis dato, Flaschenzüge zu nutzen. Wie immer in der Mechanik gilt auch bei Flaschenzügen, dass man das, was man an Kraft haben möchte, durch erhöhten Weg eintauschen muss. Schnell kommen bei der Rettung recht hohe Lasten zusammen, Retter/-in und zu rettende Person, inkl. Ausrüstung wie Trage etc. wiegen regelmäßig nahezu 300 kg. 

Seit Jahren schielen die Führungskräfte und Helfenden der Höhenrettung bei den Weiterbildungen und Tagungen neidisch auf die für Höhenrettung zugelassenen Seilwinden auf dem Markt. Die Preise dafür sorgten jedoch immer dafür, dass das Thema Seilwinde Wunschdenken blieb. 

Es gibt einen Hersteller dieser Winden in unserer Region. Durch den Artikel zur von unserer Höhenrettung durchgeführten Ausbildung in Kurdistan-Irak kam der Hersteller auf unseren Ortsverband. Schnell war der Kontakt hergestellt und unsere Höhenretter konnten zwei verschiedene Seilwinden für das Training der Rettung aus Tiefen nutzen. 

Bei Temperaturen deutlich unter dem Nullpunkt wurde an einer Brücke über den Mittellandkanal geübt, eine Person, die sich ca. 15 Meter tiefer befand, zu retten. Schnell war klar, dass hier das Dreibein aufgebaut werden musste, um einen erhöhten Festpunkt zu haben. Das Highlight für unsere Höhenretter war es, mit der elektrischen und auch benzingetriebenen Winde hochgezogen zu werden. 15 Meter Aufstieg am Seil ist selbst für die fittesten Höhenretter mit deutlicher Anstrengung verbunden. Mittels Seilwinde verlagert sich die Herausforderung auf gute Kommunikation zwischen dem Windenführer, der oben arbeitet und den Rettenden, zu der er aber keine Sichtverbindung hat.

Nun ist die Höhenrettung in der Lage, auch mit sehr kleinen Teams die Rettung aus der Tiefe schnell und patientenschonend durchzuführen. Mittels Seilwinde kann der Rettende im sogenannten Passiv-Verfahren zum Patienten und wieder zurückgebracht werden. Passiv bedeutet, dass der/die Retter/-in selbst nicht den Auf- oder Abstieg durchführt, stattdessen werden die Seile vom Team oben bedient. 

Der Kontakt zur Herstellerfirma wird weiter bestehen bleiben. So ergibt sich die Möglichkeit, direktes Feedback zu geben.


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